Den Ludendorffern Ostern versauen!

Seit nun mehr als dreißig Jahren trifft sich der „Bund für (deutsche) Gotterkenntnis“ (Ludendorffer) alljährlich im niedersächsischen Dorfmark.
Bei den „Ludendorffern“ handelt es sich um eine völkische, rassistische und antisemitische Weltanschauungsgemeinschaft. Sie basiert auf den Schriften von Mathilde Ludendorff, Ehefrau des Hitlerputschgefährten Erich Ludendorff. Die „Ludendorffer“ teilen Menschen in „Licht- und Schachtrasse“ und nach ihrer Theorie führt „Rassenmischung zum Volkstod“. Außerdem heißt es in den Schriften Ludendorffs, dass „das deutsche Volk“ durch Kommunismus, Freimaurer- und Christentum „entwurzelt, so dass Juda leichtes Spiel hat“. Die „jüdische Schachtrasse“ schädige über „verjudete christliche Erziehung“ deutsche Kinder. Dagegen müssten die „Lichtrassen“ mit ihrem „Recht des Stärkeren“ vorgehen. Bei so einem offenem Antisemitismus und Rassismus verwundert es auch nicht, dass die Treffen auch Freie Kameradschaften und „Autonome Nationalisten“ anziehen.

Trotz dieser bekannten Fakten sind die „Ludendorffer“ bei vielen DorfmarkerInnen ein gern gesehener Gast. Sie bringen nicht nur Geld in die Kassen vom Hotel „Deutsches Haus“, sondern auch in die der meisten Privatpensionen. So äußerte sich 2008 Ingrid Koch, Managerin des „Deutschen Haus“ mit den Worten „Für uns sind die gern gesehene Gäste“.

In den letzten Jahren gab es erstmals Protest von AntifaschistInnen, unterstützt wurde dieser von TeilnehmerInnen des „Internationalen Jugendworkcamps Bergen Belsen“. Im Zuge dessen, kam es 2008 zu rassistischen Beleidigungen wie „Schade, dass die Nazis nicht mehr am Ruder sind“ von DorfmarkerInnen. Die Polizei, sowie Lokalpresse, verharmlosten die Beleidigungen als „Unmutsäußerungen gegen Demonstranten“. Durch die Beleidigungen kam es zu überregionalen Presseberichten, dadurch sah sich die Lokalpolitik im Zugzwang und es bildete sich 2009 ein von der Stadt initiiertes „Bündnis gegen Extremismus“, dieses wurde aber nicht gegen den „Bund für (deutsche) Gotterkenntnis“ tätig, sondern begnügte sich mit einem Sportturnier für Toleranz und einer Ausstellung über rechte Jugendkulturen.

Auch in diesem Jahr will der „Bund für (deutsche) Gotterkenntnis“ am Osterwochenende wieder seine Tagung im Hotel „Deutsches Haus“ in Dorfmark mit ca. 100 TeilnehmerInnen abhalten. Da auch in diesem Jahr davon auszugehen ist, dass die Beteiligung von DorfmarkerInnen an antifaschistischen Protesten sehr gering ausfällt, ist es umso wichtiger, dass auch von außerhalb gezeigt wird, dass in der „dörflichen Idylle“ kein Platz für Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien ist.

Deshalb: Für eine antifaschistische Landpartie! Den Ludendorffern Ostern versauen!

Ludendorffer attackieren Medienvertreter in Dorfmark

04.04.2010 / Dorfmark: Der Vorfall ereignete sich am frühen Nachmittag am Rande einer Tagungsveranstaltung des „Bund für Gotterkenntnis – Ludendorffer e.V.“ im niedersächsischen Dorfmark. Medienvertreter, welche sich den Tagungsräumlichkeiten näherten, wurden von AnhängerInnen der rassistisch und antisemitisch geprägten Sektenorganisation gewaltsam attackiert. Der Zwischenfall stand im Zusammenhang mit der Teilnahme von Hajo Hermann, einer bekannten Symbolfigur der neonazistischen Szene.

Man wollte unter sich bleiben. Inmitten der niedersächsischen Kleinstadt Dorfmark fand an diesem Wochenende die sogenannte „Ostertagung“ des neuheidnischen „Bund für Gotterkenntnis“ statt. Eine Veranstaltung, welche seit nunmehr 30 Jahren nahezu ungestört in der Gemeinde stattfindet. Doch in jüngster Zeit regte sich Widerstand. Seit April 2007 sieht sich der „Bund“, sich selbst in Anlehnung an die 1966 verstorbene Sektengründerin Mathilde Ludendorff auch als „Ludendorffer“ bezeichnend, mit Gegenaktivitäten konfrontiert. Diese entzündeten sich vor allem an der antisemitischen Ausrichtung der „Ludendorffer-Lehre“ sowie einer merklichen Toleranz von Teilen der Bevölkerung gegenüber der selbsternannten Glaubensgemeinschaft – gelten die jährlich stattfindenden Tagungen doch als willkommener Umsatzgarant.

Doch auch die offensichtliche Verbindungen des „Bund für Gotterkentniss“ zur organisierten Neonaziszene sorgten für Negativ-Schlagzeilen. So konnte in den vergangenen Jahren mehrfach die Teilnahme von Führungsfiguren einschlägiger Neonaziorganisationen dokumentiert werden. Darunter auch Aktivisten der „wegen Wesensverwandschaft zum Nationalsozialismus“ verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ). Im Rahmen scheinbar unpolitischer Freizeitveranstaltungen vermittelte die Vereinsorganisation ihr am Nationalsozialismus orientiertes Weltbild bereits an Kinder und Jugendliche. Auch in diesem Jahr nahm ein Vertreter der Neonaziszene als „Ehrengast“ an dem öffentlich beworbenen Treffen teil. (siehe hier) Bei diesem handelte es sich um den 1913 geborenen Hajo Hermann, ein hochdekorierter Wehrmachtsoffizier. Neben seinem, eigenen Angaben zu Folge, engen Vertrauensverhältnis zu Hermann Göring macht ihn vor allem seine Rolle in der „Legion Condor“ zu einer der gefragtesten Persönlichkeiten der organisierten Neonaziszene.

Verbindungen, welche von Seiten der „Ludendorffer“ zumeist ins Reich der Verschwörungstheorien verwiesen und geleugnet werden. Dass die Organisation dabei nicht zimperlich zu Felde zieht, zeigt ein nun bekannt gewordener Vorfall im Rahmen der diesjährigen „Ostertagung“. Medienvertreter, welche sich den Tagungsräumen näherten, wurden an der Dokumentation der Veranstaltung behindert, als „Bolschewistenpack“ und „Kriminelle“ beschimpft sowie massiv bedrängt. Nachdem Anhänger_innen der „Artgemeinschaft“, einer weiteren rassistischen Sektenorganisation, sowie der ehemalige Offizier der Wehrmacht Hajo Hermann den Ort des Geschehens erreichten, folgten den Verbalattacken schnell Handgreiflichkeiten. Mitglieder des „Bund für Gotterkenntnis“ versuchten deren Ankunft abzuschirmen, attackierten erneut die unliebsamen Berichterstatter und beschädigten gezielt deren Ausrüstung. Die Behörden leiteten inzwischen Ermittlungen ein.

Quelle: http://recherche-nord.com/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=439&Itemid=229

Weiterer Bericht zu dem Vorfall: http://npd-blog.info/2010/04/05/schlagfertige-ludendorffer/

Anreise

Falls ihr mit dem Zug anreist, empfehlen wir den Zug mit Ankunft um 13.47 Uhr (aus Richtung Norden (Hamburg-Buchholz-Soltau)) bzw. um 14.05 Uhr (aus Richtung Süden (Hannover – Walsrode)) zu nehmen.

Per Auto ist Dorfmark über die A7 zu erreichen.